Im Akt des Mannes
seid ihr Landschaft und Linie zugleich,
ruhende Punkte im offenen Feld der Nacktheit,
kein Schmuck, kein Schild – nur Präsenz.
Ihr verdeckt nicht, ihr erklärt nicht.
Ihr seid einfach da.
Und das genügt.
In der Fotografie
zeichnet das Licht eure Wege nach,
jede Sehne ein Satz,
jede Falte eine Erinnerung
an Bewegung, Arbeit, Zögern.
Ihr verratet nichts Explizites,
und doch alles Menschliche:
Kraft ohne Pose,
Verletzlichkeit ohne Bitte.
Hände des nackten Mannes –
nicht erotisch aus Absicht,
sondern schön aus Wahrheit.
Ihr haltet den Körper
in einem Moment zwischen Werden und Sein,
zwischen Anschauen und Gesehenwerden.
O Hände,
ihr seid der leiseste Akt
im lautlosen Bild.
