Ein Jahr ist es her, dass ich mit meinem Fahrrad vom Banff- zum Jasper-Nationalpark fuhr, durch die Kanadischen Rockies, um zu beweisen, dass kein Auto zu haben meine Leidenschaft für Landschaftsfotografie nicht zurückhalten konnte. Dieses Jahr nahm ich mir wieder ein freies Semester.
"High Fashion" von Pawel Jaszczuk.
Pawel Jaszczuk, polnischer Fotograf mit jahrelanger Lebenserfahrung in Tokyo, sucht das Skurrile und manchmal auch Abseitige, um außergewöhnliche dokumentarisch-künstlerische Bildserien daraus zu machen. Wie so viele Fotografen aus Polen ist auch er noch relativ unbekannt in Deutschland. Nun aber war er Gast auf der Triennale der Photographie in Hamburg. In einer alten, leerstehenden Lagerhalle im Hafen zeigte er seine bereits in der Leica Gallery Warschau ausgestellte Serie "¥€$U$ ". Viele Jahre sammelte er für diese Arbeit christlich-religiöse Motive, die als Nippes und Kitsch in Online-Shops und Andenkenläden weltweit vertrieben werden. Die Jungfrau Maria auf einem Sexy Slip oder der Gekreuzigte als Dildo, dutzende Objekte dienten Jaszczuk als Requisite für seine frechen, teils erotischen Bildinszenierungen, die in unterschiedlichen Formaten an den Wänden der 400-Quadratmeter-Halle zu sehen waren. Ein Seherlebnis, das nicht jedem gefiel. Am Tag nach der Vernissage hing ein großes Werbeplakat am Eingang des Ausstellungsorts in Fetzen gerisse herab. Dabei ist festzuhalten, dass Jaszczuk keineswegs den Skandal sucht, sondern sich, wie eingangs geschrieben, als Dokumentarist sieht. Gereizte Gemüter freilich nimmt er in Kauf.
Wie in Japan die Reaktionen auf Jaszczuks Serie der völlig übermüdeten Salarymen in Tokyo ausfallen, die des Nachts einfach auf den Gehsteigen der Stadt einschlafen, ist mir noch nicht bekannt, aber sein gerade in der ZEN FOTO GALLERY erschienenes Buch "High Fashion", das diese Arbeiten auf 120 Seiten versammelt, ist ein weiteres Beispiel für seine serielle Arbeitsweise. Tag für Tag streifte Jaszczuk durch die nächtliche Stadt, um Geschäftsleute und Angestellte zu fotografieren, die nach langen Arbeitzeiten und oftmals wohl auch Kneipenbesuchen, von Erschöpfung übermannt, einschlafen wo auch immer sie sich gerade befinden, in Hauseingängen, auf Gehsteigen, an Laternen gelehnt oder in Rabatten liegend. Was für uns Europäer komisch anmutet ist in Tokyo kein seltener Anblick und sicherlich Symptom einer überzogenen Arbeitsethik. In "High Fashion" können wir uns unserer Lust am Voyeurismus hingeben und die meist edel gekleideten Herren in ihrer oftmals desolaten Lage anschauen, ohne Gefahr zu laufen selbst unangenehm aufzufallen. Es ist das dritte Buch, das einer Bildserie Pawel Jaszczuks gewidmet ist, nach "Kinky City" und "Everything You Do Is A Balloon". Während die ¥€$U$ -Ausstellung bereits am 17. Juni zu ende ging ist das Buch im ausgewählten Handel erhältlich.
Jens Pepper
Poppies
Momentaufnahmen der amerikanischen Gesellschaft…
… im Widerspruch zum "pastoralen Land"
Dieses Land, welches auf mich immer melancholisch wirkt, habe ich über einige Jahre intensiv bereist.
Ich habe versucht zu ergründen, warum mich dieses Land so schwermütig macht. Wochenlang fuhr ich durch schier endlos erscheinende Landschaften, traf fast ausschließlich freundliche Menschen und fand laute aber auch sehr leise Städte. Dennoch fiel mir eine Annäherung schwer und ich begann mit einer gewissen Distanz Amerika als Nicht-Amerikanerin aus einer Art Außenseiterperspektive zu fotografieren. Ich suchte und fand das "pastorale Land“ für das Amerika oft noch gehalten wird, fühlte mein großes Interesse an der (sozialen) Landschaft und prallte gleichzeitig auf einen (für mich) abschreckenden Hyperkonsum. Alles erschien mir wie in einem Traum und überall traf mich diese allumfassende Traurigkeit. Vielleicht ist es eine Traurigkeit, die nur mich erreichte, die dort gar nicht vorhanden ist. Vielleicht irre ich mich in allem was ich mit Amerika verbinde.
Und so ist der Stil meiner Fotos bewusst fast traumhaft, melancholisch und subtil. Hier ist das Amerika, wie ich es gesehen habe – wie ich es gespürt und erlebt habe.
Die ganze Serie gibt es bei Interesse hier: http://www.knfotos.com/
Noicemagazine 2017/12 – Feature: Genia Volkov
Genia Volkov seeks to reclaim the term “documentary photography”, narrowed into a one-dimensional relationship with reality, as the extension of self. His work flows from a mixture of questions: are images our life? Are we made into images by our habit of documenting life? Does our routine immersion….
https://www.noicemagazine.com/interview-and-features/genia-volkov
STRKNG Editors’ Selection – #23
Cover
»Vision« | © Photograper Maria Frodl
Many thanks to the contributors!
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Teilnehmer: Fotografin Maria Frodl
“So Far So Good” by Guy Ferguson
So Far So Good is a large collection of images spanning over the last five years. It is a body of work that was meant to reacquaint me with my own photography and distill the themes and visual motifs naturally occuring in the images. The photos are a literal reflection of my atte
https://www.noicemagazine.com/interview-and-features/guy-ferguson
Sicht-Fotomagazin #3 – Sommer 2018
Das neue Sicht Fotomagazin kommt am 6. Juli. Ich freue mich, mit einer Serie von 10 bisher unveröffentlichten Bildern dabei zu sein.
Wer möchte, kann ein Exemplar zum Preis von 15€ bei mir (einfach eine Nachricht oder Email schreiben) oder unter https://www.sicht-fotomagazin.de vorbestellen. Bei Interesse ist das sicher kein Fehler – das liebevoll und edel gestaltete Heft ist limitiert auf eine Auflage von 120 Stück. Also… Ranhalten.
Once upon a Time…
Once upon a time there was a dear little girl who was loved by every one who looked at her, but most of all by her grandmother, and there was nothing that she would not have given to the child. Once she gave her a little cap of red velvet, which suited her so well that she would never wear anything else. So she was always called Little Red Riding Hood…
Eigene Gedanken denken….
Es gibt Zeiten, da glaubt man, keine eigene Gedanken mehr denken zu können. Man ist so mitgenommen von den Menschen im nahen Umfeld, dass man das Gefühl bekommt, nur noch die Gedanken der Anderen zu denken.
Wenn es soweit ist, braucht es eine Auszeit. Sich zurückziehen, ganz bei sich selbst sein und wieder anfangen, die eigenen Gedanken zu denken. Platz schaffen im Kopf…