Der fast verschollene Film von Leica

Der fast verschollene Film von Leica - Blog-Beitrag von Fotograf Matthias Petz (mp_kunst) / 21.05.2026 08:52

Im Juni 2025 angekündigt, sollte der Leica Monopan 50 Schwarz-Weiß Film am 21. August des gleichen Jahres das Licht der Welt in der analogen Fotografie erblicken. Die ersten Beispielbilder von Leica waren beeindruckend, bewusstes Fotografieren sollte durch den ISO-Wert von 50 noch mehr in den Fokus geraten. Alle Shops fingen an, diesen Film zu listen, und als leidenschaftlicher Schwarz-Weiß Fotograf wartete ich sehnsüchtig auf die Veröffentlichung.

Meine Ungeduld war groß. Wollte ich doch endlich sehen, was der erste Film von Leica zu bieten hatte und wie er sich nach dem entwickeln zeigen würde. Als das Datum der Erscheinung endlich erreicht war, passierte erstmal gar nichts. Der Film war nirgends auf Lager. Auf Nachfrage meinerseits sei der Film angeblich bestellt und sollte in Kürze versendet werden.

Doch Wochen und Monate vergingen. Die Bestellung war immer noch nicht bearbeitet. Nach Nachfrage in einem großen Fotoshop erhielt ich die Erklärung, dass wohl Schwierigkeiten bei Leica bestehen und deswegen der Film nicht geliefert werden konnte. Ein offizielles Statement war nicht zu finden.

Nach immer mehr Monaten konnte man zusehen, wie mehr und mehr Shops die Listung dieses Films wieder rückgängig machten. Auch auf den Seiten der Leica Stores war der Film nicht zu finden.

Mit der Zeit gab ich es auf und dachte selbst Monate nicht mehr daran, weiter nach diesem Film zu suchen. Doch das Ende sollte noch nicht erreicht sein.

Im April 2026 suchte ich aus Neugier mal wieder im Internet nach dem Leica Film. Aufgefallen war mir zuerst ein altes Lesezeichen in meinem Browser zu einer Shopseite, die diesen Film nicht mehr listete. Vielleicht hätte ich ja Glück. Und tatsächlich, mehrere Shops listeten diesen Film als lieferbar.

Also schickte ich meine Bestellung raus und konnte es erst so richtig glauben, als der Film per Post wenige Tage später auch wirklich bei mir ankam. Erstaunlich war hier, dass aber nicht alle Shops diesen Film listeten. Scheinbar glaubten einige Händler nicht mehr daran, dass dieser jemals erscheinen würde.

Nun, wo er eingetroffen war, hatte ich das perfekte Shooting dafür, um ihn ausführlich zu testen. Eines meiner anstehenden Ballettshootings mit meinem Stammmodel würde sich dafür am besten eignen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie sich der Film mit diesem niedrigem ISO verhalten wird und welche atemberaubende Ergebnisse mich am Ende erwarten könnten.

In diesem Sinne, Fortsetzung folgt..

Die Filmentwicklung

Hier ist tatsächlich erstmal etwas Rätselraten angesagt gewesen, da ich meine Filme mit wärmeren Temperaturen als üblich für schwarz-weiß Filme entwickle. Mit Hilfe von ChatGPT und den wenigen Quellen, die es dazu gibt, habe ich dann eine Entwicklungszeit herausgefunden, die sich mit meiner Arbeitsweise sehr gut umsetzen lässt.

Um nicht den Rahmen dieses Artikels zu sprengen, werde ich auf nähere Details nicht eingehen. Einerseits da ich als Künstler meine Arbeitsweise hart erarbeitet habe und es somit mein Betriebsgeheimnis darstellt und andererseits, geht es zu weit in die Tiefe, da es hier hauptsächlich um die Ergebnisse geht.

Erwähnt sei aber, dass er sich wie ein normaler schwarz-weiß Film entwickeln lässt. Allerdings mit einer Sonderbarkeit. Nach dem Entwickeln ist die Trägerschicht komplett durchsichtig. Das habe ich so bei Filmen noch nicht erlebt und kann einen während des Entwickelns etwas beunruhigen, da man zuerst denkt, das man etwas falsch gemacht hat und alle Bilder gerade den Abfluss hinunter gespült wurden.

Nach der Entwicklung waren nun doch alle Bilder vorhanden und die Negative machen auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Die ersten Ergebnisse nach dem trocknen erwarte ich schon mit Hochspannung.

Die ersten Ergebnisse

Fotografiert habe ich jeweils bei sehr guten und bei sehr schlechten Lichtverhältnissen. Alle Bilder, die innen entstanden sind, haben eine Mischung aus Tageslicht und Kunstlicht. Die entstandenen Außenaufnahmen sind eine Mischung aus teilweiser Bewölkung und Sonnenlicht.

Und was soll ich sagen, die ersten Ergebnisse sind erstmal unerwartet gewesen. Der Leica Film hat ein sehr feines Korn, eine sehr feine Schärfe und unerwarteterweise eine sehr feine Abstufung der Grautöne. Was allerdings auffällt, dieser Film „schreit“ förmlich nach Licht.

Obwohl er auch bei wenig Licht sehr schöne Ergebnisse liefert, werden die Ergebnisse dabei etwas flascher. Was aber hier unter den Punkt „Geschmack“ läuft. Ich persönlich finde es nicht schlimm, da die Bilder trotzdem sehr schön geworden sind.

Bei extremen Lichtverhältnissen und großen Unterschieden im Bild schlägt sich der Leica Monopan sehr gut. Feine Lichtabstimmung und schöne Grautöne sowie Kontraste sind die Belohnung für die „harte“ Arbeit.

Was ich noch nicht versucht habe, ist diesen Film zu Pushen. Das wird noch interessant werden, da er dann noch mehr Kontraste und ein ganz anderes Bild liefern sollte.

Was aber während des Artikels auffällt, ist die schwierige Verfügbarkeit dieses Films. Kaum wollte ich nachbestellen, musste ich schon auf den nächsten Shop ausweichen, da er erst wieder nachgeliefert wird.

Das wird scheinbar ein Phänomen bleiben, dass man nie genau weiß, wo man diesen Film als Nächstes bestellen kann.

Schlussfazit

Der Leica Monopan lädt zum Experimentieren ein, hat eine sehr feine Grauabstufung und sehr schöne Kontraste in der Standardentwicklung. Ich freue mich schon auf viele weitere Shootings mit diesem Film und auf das ein oder andere Experiment beim Pushen mit dem Leica Film.

Auch der Preis von 12 Euro pro Film für 36 Aufnahmen ist in Ordnung und ordnet sich somit in das Preissegment des Ilford HP5 ISO 400 Films ein. Am Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass es Geschmackssache ist, ob man den „Look“ dieses Films mag und ihn daher verwendet oder nicht.

In diesem Sinne, allzeit gut Licht.

Autor: Matthias Petz / Instagram: mp_kunst

Model: Marina

Topografie des Körpers

Topografie des Körpers - Blog-Beitrag von Fotograf BeLaPho / 11.01.2026 08:39

Schwarze Morphologie

Das Bild inszeniert den Körper als Skulptur aus Licht und Schatten. Die Fotografie arbeitet mit einer strengen Komposition: Tiefer Blickwinkel, zentrierte Figur, ein Raum von architektonischer Ordnung, der die organische Form des Körpers kontrastiert.

Die dunklen Flügel sind keine bloße Kostümierung, sondern eine Erweiterung der Figur – sie verwandeln Bewegung in Textur. Licht fällt hier nicht beschreibend, sondern modellierend: Es formt die Materie, tastet nach Kontur und Tiefe.

In der Spannung zwischen der gebauten Umgebung und der gebückten Haltung entsteht ein visuelles Paradox – Kontrolle und Instinkt, Bühne und Rückzug. Die Fotografie hält diesen Zwischenzustand fest, jenen Moment, in dem das Bild nicht zeigt, sondern innehält.

So wird das Foto selbst zur Choreografie: ein Dialog zwischen Stillstand und Erwartung, zwischen Fläche und Raum.

Schwarze Morphologie

Schwarze Morphologie - Blog-Beitrag von Fotograf BeLaPho / 28.10.2025 22:30

Das Bild inszeniert den Körper als Skulptur aus Licht und Schatten. Die Fotografie arbeitet mit einer strengen Komposition: Tiefer Blickwinkel, zentrierte Figur, ein Raum von architektonischer Ordnung, der die organische Form des Körpers kontrastiert.

Die dunklen Flügel sind keine bloße Kostümierung, sondern eine Erweiterung der Figur – sie verwandeln Bewegung in Textur. Licht fällt hier nicht beschreibend, sondern modellierend: Es formt die Materie, tastet nach Kontur und Tiefe.

In der Spannung zwischen der gebauten Umgebung und der gebückten Haltung entsteht ein visuelles Paradox – Kontrolle und Instinkt, Bühne und Rückzug. Die Fotografie hält diesen Zwischenzustand fest, jenen Moment, in dem das Bild nicht zeigt, sondern innehält.

So wird das Foto selbst zur Choreografie: ein Dialog zwischen Stillstand und Erwartung, zwischen Fläche und Raum.

Clothes make the man (Kleider machen Leute)

Clothes make the man (Kleider machen Leute) - Blog-Beitrag von Model Flo Rain / 16.10.2025 17:52

A TRANSFORMATION ON THE SPECTRUM OF GENDER

We live in a gender binary system, where you can't buy a single piece of clothing without first entering one of the two sections: "woman" or "man". Even when buying a white shirt or sneakers, an online shop will usually first force you to pick a gender.

Why don't we see the spectrum of gender more like different colors? Just like colors, the meaning of clothing changes over time and between cultures. Pink was considered a male color, roman warriors wore skirts to battle and in scotland kilts are still a thing.

But, in your present, in the culture you are living in, all those things feel like unchangable conventions which must not be changed.

Maybe clothing needs meaning, maybe without it something would be missing. Am I interested in wearing a dress EVEN THOUGH it is considered female or am attracted to it BECAUSE it is considered female?

Do we give the meaning to the clothes or do the clothes define who we are?

Both is true.